Gründonnerstagssuppe oder - Die grünen Leut' - wie sie uns verzaubern, uns entdecken lassen und gut schmecken!

Steinkräutermesser mit wilden Köstlichkeiten
Steinkräutermesser mit wilden Köstlichkeiten

 

 

Wenn der Frühling beginnt, das Grün sprießt und die Gemeinschaft nach Natur ruft - Was freut einen dann mehr, als rauszugehen, Spaß zu haben, zu forschen und die Pflanzenleut zu begrüßen, sie zu kosten und schließlich zuzubereiten?

Das dann auch noch tolle Schätze gefunden werden - damit haben wir alle nicht gerechnet!

Im Verein Together ist das Verlangen groß geworden, sich noch mehr mit der Natur zu verbinden, von den Pflanzen zu lernen, Tiere zu beobachten, handwerklich tätig zu sein und einfach gemeinsame Zeit geborgen bei Mama Nature zu verbringen - da, wo wir eben zu Hause sind.

 

Diesem Wunsch nachgegangen, bin ich dem Ruf gefolgt und der Gründonnerstag bot sich mit den ersten grünen "Frühlingskraftprotzen " an.

 

 

 

Schneerose und Leberblümchen - Schönheiten
Schneerose und Leberblümchen - Schönheiten

Beim Together-Living (ehem. Gasthof Lorenz in Ledenitzen), einem gemeinschaftlichen Wohn- und Lebensprojekt angekommen, trafen wir uns dann zusammen und da durfte ich schon die erste Überraschung erleben. Drei Männer kamen auf mich zu, bewaffnet mit guter Laune und Freude bereit, auf "Kräuterjagd" zu gehen!

Also dann, ab zu einer nahegelegenen Wiese, da die Grünflächen vor dem Haus, noch etwas weniger bewachsen waren, doch auch das wird sich bald ändern - ist dort unter anderem ein Permakulturgarten angedacht.

Als wir dann am Waldrand die ersten grünen Schönheiten und Köstlichkeiten entdeckten und unser Wissen austauschten, fragte uns eine dort wohnhafte Dame, ob wir denn jetzt schon auf Schwammerl(Pilz-)suche seien. Neugierig fragte sie uns auch gleich, ob dies denn Vogelmiere ist, die da vor ihrem Haus wuchs und als ich ihr erzählte, dass sie nach kleinen Maiskölbchen schmeckte, kostete sie gleich neugierig und war total verzückt - das ist ja WIRKLICH so!


Wir glauben, sie wäre am liebsten mit uns mitgegangen, doch die Wäsche wollte noch in der Nachmittagssonne aufgehängt werden und wir zogen weiter.

Ein Rätsel
Was haben wir da gefunden?

Kräuter bestimmen, Wissen austauschen, kosten und dann... wieder ein Stückchen weiter und die vorhin erwähnte Frau hat uns auf einen Bach ganz in der Nähe aufmerksam gemacht, den wir unbedingt auch noch erkunden wollten.

 

Ja und auf dem Weg dorthin fand ich dann einen Schädel... etwa 4-5 cm lang und ca. 3-4 cm breit, mit spitzen Zähnen vorne und ganz hinten.

 

Gleich kamen Fragen auf und habe auch ich noch: Wo sind die Zähne dazwischen hingekommen? War es ein Jungtier? Wie wachsen denn da die Zähne?

 

 

Einer der Kräuterjäger meinte: "..ich hab ja schon viele Fotos gesehen von euch, was ihr so findet und hab mir das nicht vorstellen können, dass das alles bei uns rumliegt, aber jetzt glaub ich's" - ja und gerade er sollte noch einen ganz besonderen Fund machen.

Wir gingen wieder weiter, waren schon ganz verzückt, entrückten zwischendurch in die Welt der Kinder und begrüßten mit einem: "Ja, wen haben wir denn da? Hui bist du schon groß geworden" - die grünen Pflanzenleut', pflückten Brennessel, Giersch, Labkraut, Schafgarbe, Gänseblümchen, und mehr.

Auf der nächsten Wiese lag dann ein wunderhübscher kleiner Singvogel, mit gelber Brust und ziemlich klein. Er soll ganz schön laut für seine Größe sein und wenn man genau hinhört, soll er angeblich seinen Namen sogar singen. Wobei man sich bei ihm um den Begriff Gesang streitet. Manche halten es eher für lautes Geschrei, das nach alten quietschenden Kinderwägen oder an das Knirschen von Glassplittern erinnern soll.

 

Bei meinen Recherchen fand ich dann heraus, dass er sogar der kleinste unter den europäischen Finken ist. Ausserdem ist er mit den Kanarienvögeln nahe verwandt. Das erkennt man vor allem am Männchen. Es trägt einen gelben Bürzel und zur Brutzeit auch eine grünlich-gelbe Stirn, Kehle und Brust. Rücken und Flanken tragen eine kräftige, dunkle Strichelung. Das Weibchen, gut getarnt, ist insgesamt matter gefärbt und auch an der Brust gestrichelt. Sie futtern Blattspitzen, Knospen und Samen und brüten ein bis zwei Mal im Jahr. Na, weißt du wer es sein könnte?

Ein toller Fund!
Ein toller Fund!

 

Aber nun mussten wir weiter, schließlich waren wir ja unterwegs um Kräuter zu sammeln und eine gute Suppe am offenen Feuer zu kochen und eine Feuerstelle sollte auch noch hergerichtet werden.

Endlich beim Bach gelandet, sammelten wir auch hier fleissig Kräuter, freuten uns am frischen Grün, erzählten einander von den unterschiedlichen Möglichkeiten, Pflanzen zu erkennen und unseren Zugängen, stapften dabei auch durch den Morast und dann hörte ich einen Ruf mitten aus dem Gestrüpp: "Alexandra, ich hab da was gefunden!"

 

Und was denkst du, hat er gefunden? Ein fast komplettes Skellett mit Schädel und kleinem Geweih im Gatsch!

 

Was für ein Fund! Gleich fragten wir uns, wie er da wohl her gekommen sei? Vielleicht war er angefahren worden an der Bundesstraße und hatte sich hierher zurückgezogen? Warum war das Geweih so kräftig und die Knochen erschienen relativ jung? Oder ist es umgekehrt? Hängt das vom Alter ab? Unser "wilder Watson" war bereits im Fragenstell- und Kombinierfieber. Leute, war das ein Spaß, ihr hättet echt dabei sein sollen!

Nach all den tollen Fragen, Gelächter auf dem Rückweg und Gefühl einer Zusammengehörigkeit, gings dann an der Feuerstelle weiter.

Lagerfeueridylle
Lagerfeueridylle

 

Unsere Gründonnerstagssuppe wurde zum Gründonnerstagseintopf erklärt und so haben wir ihn gekocht:

Zutaten für ca. 8-10 Menschen:

 

1 kleiner Sack Kartoffel

4-5 rote Zwiebel, können auch weniger sein
ca. 8 Handvoll Kräuter

etwas Salz

 

 

 

 

Mit den erst vor wenigen Tagen selbst gefertigten Steinwerkzeugen, welche wir auch für die Kräuterernte verwendet hatten, zerkleinerten wir das kostbare Grün, schälten und schnitten Kartoffel und Zwiebel. Zwischendurch halfen Messer und Kräuterwiege mit, weil wir schon etwas hungrig waren. Die Zwiebel schwitzten wir dann in etwas Öl an und fügten die Kartoffel mit etwas Wasser hinzu (bedecken), etwas salzen und kochen bis die Kartoffel weich sind. Erst danach haben wir die Kräuter auf "kleiner Flamme" hinzugefügt, gut umgerührt und fertig war das Gericht.

 

Nachdem noch weitere Menschen hinzukamen und ein ganz lieber (Danke Manuel!) davon auch noch ein wunderbares Steckerlbrot mit einer Salzpfeffermischung machte, wurde es eine richtig gesellige Runde. Wir teilten unsere Geschichten vom nachmittag, das was wir über die Neunkräutersuppe und den Gründonnerstag recherchiert hatten, lagen dann mit vollen Bäuchen am Feuer und genossen den zu Ende gehenden Abend. Danke an die Pflanznleut, die uns rausgezogen und uns so wunderbare Erlebnisse beschert haben!

Eins ist uns klar! Das war ein wunderbarer Start unserer Naturgruppe und ich könnte euch noch so viel mehr darüber erzählen - wir freuen uns schon riesig auf's nächste Mal und vielleicht bist DU dann auch dabei! *Jahui!!!*
Bis dahin wünschen wir dir ein schönes Osterfest - lass dich erwecken von Mama Nature - und don't forget to stay connected ;-) oder gönn dir einfach Zeit & Raum!

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