Allein(-erziehend)! Allein(-erziehend)? oder sind wir alle Opfer unserer Zeit?

13 Jahre Alleinerziehend prägen... Ich lernte und lerne noch heute in einer lebens- bzw. familienfeindlichen Gesellschaft zu überleben.
Das mag nach Opfern oder Tätern klingen, doch dahinter steckt weit mehr, als man nach diesen ersten Zeilen vermuten mag.


Wie oft lesen wir, dass Alleinerziehende auf materieller Ebene armutsgefährdet sind. Wie oft erfahren wir über die Medien wie arm die Kinder in unseren Breitengraden sind, wenn sie den gesellschaftlichen Normen nicht entsprechen und wie oft fühlen wir uns SCHULDIG, wenn WIR diese Normen nicht erfüllen? Wo ist die Armut in unserer westlichen Welt wirklich verankert und was können wir tun oder sind wir einfach nur Opfer unserer Zeit?


So, jetzt "oute" ich mich:

13 Jahre Alleinerziehende und davor eigentlich auch immer "Alleinkämpferin" haben mich zu dem gemacht, was ich jetzt BIN
- denn ich BIN BESCHENKT!
 
Ich möchte mich zuerst einmal bei mir selbst, meiner Fähigkeit, nicht aufzugeben und dranzubleiben, bedanken. Wie heißt's so schön: "Niederfallen, Krönchen richten, aufstehen und weiter machen"
Dann will ich meinen wunderbaren Kinder danken: Für ihr Sein, so wie sie sind - lehrreich, aufreibend, wunderbar
Danke an den Vater meiner Kinder, der für sie da ist, obwohl wir bereits seit 13 Jahren geschieden sind. Das ist nicht selbstverständlich und doch... für uns schon :-) und ein großer Dank an die feine Gemeinschaft, die wunderbaren Menschen, die mich umgeben und denen es selbst manchmal schwer fällt, diesen Dank anzunehmen...

DANKBARKEIT


Der Druck ist aus meiner Erfahrung her richtig groß und ich lerne noch bis heute damit umzugehen. Ich mag in vielerlei Augen eine Vorreiterin sein, doch sei dir gewiss, der Weg dahin ist nicht unbedingt der Leichteste. Was mir dabei geholfen hat?
Ach, das ist leicht zu sagen: Ich hab dieses "Stehaufweibchensyndrom" - soll heissen, wenn ich niederfalle, mich dem Drama hingebe, so finde ich immer wieder Wege, mir den Boden anzuschauen, mein Krönchen zu richten und mich aufzurichten, um WEITER ZU GEHEN und die GEMEINSCHAFT, die hinter mir steht, unterstützt mich dabei.

Wie das geht? Naja, ich denke, da musst du schon ein wenig in dich selbst reinschauen. Aber es gibt auch Möglichkeiten, meine war schließlich Naturmentoring, die tiefe Verbindung zu allem (und der Gemeinschaft), was ist, aber vor allem das Lernen und Wahrnehmen all dessen, was gerade gebraucht wird.
Warum? Weil es mir Jahr um Jahr die Angst genommen hat, ich könne in diesem Strudel des (vorgegebenen) Lebens nicht überleben. Das klingt ganz schön dramatisch, was? Ist es auch!


Wer von uns hatte noch nie Existenzängste? Wer von uns hatte noch nie Angst davor, jemanden zu verlieren? Ob Geldprobleme, Job oder Kinder und Familie - all dies kann existenzbedrohende Sorgen auslösen. Und was geschieht dann? Ach du kennst es bestimmt. Ständiger Druck und Stress, Kopfschmerzen, Übelkeit, Zittern, schlaflose Nächte, um nur einige Beispiele zu nennen. Und das alles, weil wir uns vor vermeintlich realen Bedrohungen schützen müssen. Doch je mehr ich mein Umfeld kennen und durchschauen gelernt habe, um so geringer wurde meine Angst. Naja und weniger Angst, bedeutet mehr Mut - Mut zu neuen Schritten, Versuchen, sein Leben auf beruhigte aber dennoch oder vielleicht sogar vor allem lebendige Weise leben zu dürfen.

 

Wenn du deine Nachbarn, dein Umfeld kennen lernst, entstehen Verbindungen - Seile. Es spinnt sich langsam, ganz von selbst ein unsichtbares Netz. Nicht alle Nachbarn zB. sind dir wohlgesinnt, aber je mehr du sie kennen lernst, umso eher weißt du, wie du mit ihnen umgehen kannst. Konfrontation auf eine gesunde Art, bedeutet für mich, darauf vorbereitet zu sein, wie mein Gegenüber reagieren könnte. Das nimmt mir Angst oder ein bis dato unangenehmes Gefühl. Kannst du nachvollziehen, was ich meine? Mit wem hast du dich auseinander gesetzt und dann gelernt, mit diesem Menschen oder dieser Situation in Folge umzugehen?

Der Sitzplatz ist hier ein äusserst guter Lehrer für mich. Ich sitze dabei auf meinem Platz, beobachte, Fragen tauchen in mir auf, die ich oftmals ganz einfach durch Beobachtungen wieder beantworten kann. Das braucht manchmal Zeit, doch je öfter ich auf meinem Platz bin, mein Zuhause kennen lerne, umso rascher geht's auch hier voran. Und vieles davon, was ich auf diesem Platz gelernt habe, kann ich in ähnlicher Weise an anderen Plätzen anwenden oder es ermutigt mich, mich diesen Herausforderungen zu stellen.


SITZPLATZ


 

Ich war als Jugendliche viel auf den Straßen unterwegs, habe tolle Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern kennen gelernt, ihre Geschichten hören dürfen, viele Jobs gemacht und schließlich bin ich beim Naturmentoring "hängen geblieben" - denn da kommt für mich alles zusammen: Seile knüpfen, beobachten, lernen - Bausteine zusammen bauen, die Augen und Ohren offen für alles, was ist haben und Meinungen anderer stehen lassen können. Menschen darin bestärken, sie selbst zu sein, ihre Fähigkeiten nicht abzuwerten, wahrhaftig zuzuhören, durch tiefe Naturverbindung in Verbindung mit meiner eigenen Natur zu kommen...

 

Ja, vielleicht bin auch ich eine armutsgefährdete Alleinerziehende, oder ich glaube, ich bin sogar unter dieser Armutsgrenze und dennoch: Ich fühle mich REICH! Reich BESCHENKT und DANKBAR! Und das habe ich schließlich in erster Linie mir selbst zu verdanken. Ich habe nicht aufgegeben und damit tolle Menschen gefunden, bin dankbar für die Menschen, denen ich bis dato begegnet bin und ihren Beitrag geleistet haben, dass ich heute die bin die ich bin. Geben wir uns also Chancen, reichen uns die Hände und lassen ab, von der angstmachenden Strategie, alleine nicht überleben zu können, denn ALLEINE werden wir es auch nicht schaffen...

Friedvolles Leben in einer Gemeinschaft ermöglicht Überleben!

PS: Achja, das "Kämpfen" lasse ich mittlerweile auch immer sein. Denn vor allem hab ich mich selbst bekämpft und das kostet mir schlichtweg zuviel wertvolle Energie, die ich lieber anderweitig in meinem Leben nutzen mag ;-)


FRIEDEN STIFTEN



GESCHENKE TEILEN & VERBINDEN


Wenn auch du deine Seile zur Natur finden, verstärken oder teilen möchtest, lade ich dich zu unseren Workshops ein. Lass uns unsere Geschenke zusammen tragen und teilen, denn schließlich gehts gemeinsam viel leichter!


Ich freu mich auf dich!

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