Schneebiwak - learning by doing

 

Ein wunderschöner winterlicher Tag im Schnee hat sich angekündigt und endlich war ich dann soweit, gemeinsam mit einer lieben Freundin, den Schneebiwak auszuprobieren.

 

Nachdem auch diesen Winter wieder einige Tourengeher über ein paar Tage oder Stunden abgängig waren und glücklicherweise auch wieder gefunden wurden, ist es sicherlich nützlich as geteilte Wissen selbst auszuprobieren und im Notfall anwenden zu können.

 

Inspiriert von den tollen Berichten und Fotos sollte dieses "einfache" Biwak gleich auf Anhieb funktionieren...

 

 

Voll motiviert ging's gleich los! Wo ist ein feiner Platz? Ach lass uns in die Sonne gehen! Ok, ab in die Sonne und ... reinwerfen! Naja, so ein Biwak will ja abgemessen werden und soll die richtige Größe haben. Gesagt, getan und dann Müllsack gezückt. Ob das allerdings eines von meinen Survivaltools wird? - mal schauen.

Es sollte auf jeden Fall reissfest sein. Sonst muss man sich eben etwas anderes einfallen lassen oder von Freunden einen neuen Müllsack holen ;-)

 

Mit dem passenden Müllsack ging's dann ganz schnell, buddeln, was das Zeug hält!
Nur der Schnee war so pulvrig - ob das denn auch was bringt? Egal, rein damit in den Sack, der dient ja nur zum Ausfüllen!


Alles angepasst und auf der Suche nach klebrigem Schnee, hoffte ich, dass der pulvrige sich auf dem Sack zusammendrücken und bei der Arbeit erwärmen würde, was ein Irrtum war. Meine Begleiterin beobachtete mich, dachte nach und grübelte lautlos vor sich hin, wie man denn am effizientesten unter diesen Bedingungen arbeiten könne, während sie gleichzeitig fast bewundernd sagte: "Du bist motifünft" ;-)

 

Buddeln, graben, versuchen Schnee zusammen zu drücken, von anderen Stellen zu finden und herzutragen kosteten ganz schön viel Energie und als schließlich der Sack mit einer etwa 10 cm dicken Schicht bedeckt war, folgte der einzige, große Moment...
Würde der Schnee standhalten und ich den Sack aus dem ersten Teil des Biwaks herausziehen können?

 

Jaaaa..... NEIN! Es zerfiel förmlich zu Staub ;-)
Aaaaber dann ging das Lernen erst so richtig los. Meine großartige Unterstützerin stand mir mit Fragen zur Seite und so fanden wir einiges heraus, das wir gerne mit dir teilen möchten:

- Pulverschnee bringt's wirklich nicht

- Fön hat man nicht immer in der Tasche und mit dem Stromanschluss happerts dann auch
- Sonnenseite ist eine gute Idee und vielleicht mit dem Hintergedanken, dort wo sie am längsten scheint

- Achte auf den Boden, dort wo der Schnee angetaut ist, oder Grünflächen herauslugen, ist es möglich, dass die unteren Schneeschichten feuchter und damit klebriger sind

 

- sich in den Schnee zu knien und selbst als Müllsackersatz einzusetzen, klappt ebenfalls nur bedingt, ist eher eine Unterhaltung aber eine gute Lösung für ein Hundebiwak ;-)

 

Schließlich haben wir auch entdeckt, dass wenn wir unsere Fähigkeiten teilen bzw. zusammenbringen, dann sind wir schon ein Mega-Duo. Ich, als jene die einfach drauf los TUT und sie, die nachdenkt und abwägt. Der erste Gedanke war zwar: "Das in der Mitte zwischen uns, wäre doch der perfekte Mensch für diese Situation" und dann, "Hey lieber unperfekt zu zweit als perfekt allein" ;-) - und wir müssen nicht alles alleine können!

 

Ich bin jedenfalls unglaublich dankbar wieder für dieses tolle Teaching und freu mich schon auf den nächsten Versuch! Ich lade dich ein, es auch mit deinen Liebsten auszuprobieren und bitte teile mir deine Erfahrungen mit - ich bin schon sehr gespannt darauf! Oder du kommst in meine 4-teilige Kursreihe
Naturverbindung (er)leben, welche im März startet und wir probieren und lernen gemeinsam!


Gerne mag ich auch ein Video von einem meiner Mentoren teilen, der auf ganz feine Art zeigt, wie man ein Biwak gemeinsam mit Kindern bauen kann! Viel Spaß dabei!

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Kommentare: 1
  • #1

    Hans Müllegger (Montag, 30 Januar 2017 12:43)

    Hallo Alexandra, danke für deinen schönen Bericht des Tages. Wunderbare Annäherung an den Schnee.
    Super cool wie Ihr trotz der scheinbaren "Misserfolge" zu solch positiver und freudiger Sicht gekommen seit.
    Tolles Teaching, das ist feinste Mentoring-Kultur.
    I love this
    Wünsche Dir noch viele solche Momente.
    Alles liebe
    Hans