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Rosenbalsam - Balsam für die Seele

 

Mit meinem Jahresprojekt an einer Ganztagesschule in Klagenfurt bin ich bereits das zweite Jahr und heuer haben wir einheitlich beschlossen, uns ganz den Pflanzen zu widmen. Vor allem die "wilde Kosmetik" hat es uns da angetan.

 

Über das ganze Jahr hinweg werden wir in die Pflanzenwelt eintauchen und beginnen dabei mit den uns heute zur Verfügung stehenden Mitteln und tauchen schrittweise immer tiefer in die Ursprünge der Pflanzenkosmetik ein.

 

Historisches, Botanik, Handwerk, Sinneserfahrungen und Kommunikation - all diese Aspekte fließen praktisch in die Einheiten ein. 

 

Nachdem ich die Jugendlichen gefragt habe, ob ich unser Rezept auf meinem Blog teilen dürfe, stimmten sie begeistert zu. Danke euch dafür!

Hier geht's nun zum Rezept: ROSENBALSAM

 

Gleich vorweg möchte ich darauf hinweisen, dass wir hier Inspirationen und Erfahrungen teilen möchten, jedoch sind die Rezepte weder als Heilmittel noch als Prävention oder zur Behandlung gedacht. Die Rezepte sind weder kosmetisch noch klinisch getestet und die Anwendung dieser Rezepte erfolgt auf eigenes Risiko. Im Zweifelsfall teste die Inhaltsstoffe oder Endprodukte auf einer kleinen Hautstelle, um Reaktionen deiner Haut zu beobachten und diese großflächig vorzubeugen.

Wir wünschen dir viel Spaß beim Ausprobieren und freuen uns über dein Feedback!

 

Inhalte des Rosenbalsams:
Wir haben in Teilen gearbeitet. Da wir gerne mit einfachen Mitteln arbeiten, haben wir unser Rezept in Teilen dosiert:

 

- 2 Teile Olivenöl

- 3 Teile Distelöl

- 2 Teile Kokosöl

- 1 Teil biolog. Bienenwachs

- Tropfen Rosenöl

- Rosenblüten

 

Unseren Balsam haben wir mit Hilfe eines Salbenstövchens hergestellt. Unabsichtlich habe ich dabei die Ölduftschale verwendet, welche mit ihrer Spirale innenseitig jedoch für ein schönes Bild sorgte :-)

 

Zuerst werden Oliven-, Distel- und Kokosöl langsam erhitzt. Wichtig ist es, darauf zu achten, dass die Öle nicht zu heiß werden. Wenn das Öl zu simmern, (also ganz kleine Bläschen wirft), beginnt, sanft rühren und keinesfalls heisser werden lassen. Dies kann auf dem Stövchen gut eine halbe Stunde dauern.

Währenddessen entstehen oft wunderbare Gespräche und viele Fragen tauchen auf, welchen wir nachgehen können:

 

Wieviele Rosenblätter brauche ich eigentlich, um Rosenöl herzustellen?
Wusstest du, dass für einen Liter Rosenöl ca. 5 Tonnen Rosenblätter benötigt werden? Das erklärt vielleicht, warum Rosenöl so kostbar ist. Ein Hydrolat aus Rosenblüten hingegen kannst du mit Hilfe einer Destille relativ einfach selbst herstellen und riecht ebenfalls schon wunderbar! Ich versprühe es dann gerne über Gesicht und Dekolleté und fühl mich dann schon wie eine Königin.

Doch zurück zu unserem Rezept:

Die Ölmischung simmert, langsam fügen wir stückweise oder in Perlenform, je nachdem welches Bienenwachs du hast, das Wachs hinzu. Es gibt dazu eine Daumenregel:

 

1 Teil Bienenwachs

7 Teile Öl (wenn du mehrere Öle benutzt, diese zusammengerechnet)

 

Ich mache gerne eine "Gelierprobe", indem ich immer wieder einen Tropfen der Öl-Wachsmischung auf eine kühle Fläche gebe und dann die Konsistenz teste. Da wir unterschiedliche Hautqualitäten, von trocken bis fettig haben, unterscheidet sich auch unser Empfinden, der Fettigkeit und Einzugszeit der Salbe gegenüber. 

 

Dann nehmen wir ein oder zwei Kerzen aus dem Stövchen oder verringern die Hitze, um die Rosenblüten hinzuzufügen. Auch hier ist darauf zu achten, dass das Öl keinesfalls zu heiss ist, da du sonst frittierte Blüten in der Salbe hast. Wir ziehen damit weitere Inhaltsstoffe aus den Blüten, indem das Öl erwärmt wird. Ca. 30 Minuten werden die Blüten im Öl ausgezogen.

Die Gläser, die wir verwenden, um die Salben abzufüllen, sind, falls vorher verwendet, abgekocht und desinfiziert, damit die Salben in Folge nicht zu schimmeln beginnen. Prinzipiell ist es sinnvoll, so sauber wie möglich zu arbeiten.

 

Nun füllen wir die Flüssigkeit in unsere Gläser und wenn unser Salbengemisch auf etwa 40°C oder gute Handwärme abgekühlt ist, fügen wir ca. 7-10 Tropfen des kostbaren Rosenöls hinzu. Wer es gerne kraftvoll mag, kann bis zu 20 Tropfen hinzufügen. 

 

Noch ein wenig abkühlen lassen und dann gut verschließen. Das Grundsalbenrezept ist laut Literatur rund ein Jahr haltbar. So lange hat jedoch bei mir bis dato keine Salbe durchgehalten ;-)

 

NICHT VERGESSEN!
Schreibe dir IMMER ein ETIKETT, auf dem du stehen hast, was drin ist. Zu oft habe ich das schon vergessen und sehr viele Salben sehen einander sehr ähnlich und auch der Duft lässt mit der Zeit doch ein wenig nach und reicht oft nicht zur Bestimmung der ursprünglichen Salbe.

 

 

Zu den Inhaltsstoffen:

Hier möchte ich noch einen kleinen Auszug unserer Recherchen zu den Ölen und Rosenblättern, sowie dem Bienenwachs mit dir teilen:

 

Olivenöl:
Schützt und pflegt die Haut. Es gibt Menschen, die es als leichten Sonnenschutz verwenden. Die enthaltenen Mineralien sollen dabei u.a. als Lichtschutz dienen. Die Antioxidantien im Olivenöl schützen vor Zellschäden der Haut. Vitamine in diesem Öl bieten ebenfalls einen Hautschutz. Beim mir zieht das Olivenöl relativ rasch ein - ich habe normale Haut.

 

Distelöl:

Das Distelöl habe ich vor kurzem so richtig entdecken dürfen und bin davon richtig begeistert. Es zeiht rasch ein und hinterlässt ein unglaublich sanftes, weiches Gefühl auf meiner Haut. So soll es zellerneuernd, rückfettend und hautschützend sein. Distelöl ist auch gut für trockenes Haar.

 

Kokosöl:

Bei vielen beliebt und bekannt. Ich habe es lange als Zahnputzmittel in Verbindung mit Beinwelltinktur verwendet. Darüber erzähle ich vielleicht ein anderes Mal. Es duftet gut, ist aber nicht jedermanns Geschmack. Durch die enthaltene Laurinsäure soll Kokosöl ind er Lage sein, Bakterien, Viren und andere Keime zu vernichten. Es zieht auf meiner Haut rasch ein und hinterlässt einen angenehmen Duft, der ca. 2 Stunden anhält.

 

Bienenwachs:

Zum einen desinfiziert es und zum anderen soll es heilend wirken. Entzündliche Stellen heilen rascher und es ist der natürliche Emulgator, also Bindungs- und Konservierungsstoff in unseren Salben.

 

Rosenöl und -blüten:

Rosenöl ist für jeden Hauttyp verträglich, lindert Juckreiz, wirkt mit seinem Duft stimmungsuafhellend und gibt Sicherheit und Wärme. Es hat etwas Mütterliches, in das man einsinken darf und Anziehendes. Das Öl kann die Weiterbildung von Herpesbläschen unterbinden, jedoch nicht das Virus heilen. Es wird in manchen Breiten als Kopf- oder Zahnschmerzmittel in unterschiedlicher Form genommen. Rosenöl kann innerlich und äusserlich angewendet werden. Für genaue Einnahmen bzw. Dosierungen bitte ich dich, eigenverantwortlich zu recherchieren.

 

Teile deine Erfahrungen mit uns!

So, das war's fürs Erste! Vielen Dank fürs Lesen und hoffentlich traust du dich, das Rezept mal auszuprobieren, zu verfeinern, zu testen und wir freuen uns auf deine Rückmeldung!

 

Nochmals ein großes Dankeschön an die Schüler und Schülerinnen, sowie BetreuerInnen der Ganztagesschule, Hasnerschule in Klagenfurt, die da so engagiert und mit Freude mitmachen und gerne ihre Erfahrungen mit dir teilen!

 

Bis dahin

Gönn Dir Zeit & Raum!

die Alex und Team