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Wie Kernroutinen deine Gesundheit fördern - der Sitzplatz


Heute: Der Sitzplatz und seine Wirkung auf deine körperliche und seelische Gesundheit

 

So wie bei allen Routinen bedarf es einer gewissen Konsequenz, diese auch durchzuführen. Ich schaffe es auch nicht immer oder vergesse aufgrund des manchmal recht hektischen Alltags, die selbe Routine regelmäßig zu bestimmten Zeiten durchzuführen, aber der Vorteil im Naturmentoring ist, dass wir hier mehrere Kernroutinen haben, die wir in den Alltag integrieren und uns daran erinnern können. Gerade jetzt, wo mich mein Körper und Geist massiv fordern, habe ich die Möglichkeit mich wieder daran zu erinnern und in meinem Tempo tätig zu werden und damit muss nicht gleich Hochleistung verbunden sein. Ein sanftes Eintauchen und liebevolle Konsequenz sind dabei hilfreich.

Mir persönlich hilft das unheimlich weiter und ich muss dann kein schlechtes Gewissen haben, wenn ich etwas „schon wieder nicht“ gemacht habe.

 

Was ist der Sitzplatz?

Der Sitzplatz ist ein Ort, den du dir nahe deines Zuhauses aussuchst und in möglichst regelmäßigen Abständen zu unterschiedlichen Zeiten aufsuchen und dort verweilen kannst.
Sei es aufgrund körperlicher Einschränkung an deinem Fenster oder auf deinem Balkon, in deinem Garten, einer Parkbank in deinem nahen Umfeld. Möglichkeiten dazu gibt es viele. Der regelmäßige Ablauf, das bewusste Wahrnehmen und in die Stille kommen, helfen dir dabei, einen fast meditativen Zustand zu erreichen, der deinem Geist wiederum ermöglicht, sich zu entspannen und Energie zu tanken.

 

Wie gehe ich das mit dem Sitzplatz an?
Wichtig ist, dass du dir einen Platz suchst, den du leicht erreichen kannst. Dazu benötigst du nicht den perfekten wilden Platz mit unberührter Natur, denn Natur ist überall! Lerne deinen neuen Platz kennen. Mit weiteren Kernroutinen, die du in meinen Naturmentoringkursen oder Wildnisschulen in deinem Umfeld erfahren kannst, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, sich dem Platz zu nähern, deine Sinne zu erweitern und tiefer in deinen Platz einzutauchen. Eines jedoch ist gewiss: Je öfter du diesen Platz über einen längeren Zeitraum besuchst und dort verweilst, umso mehr wirst du dich dort zu Hause fühlen.

Die Tiere in deinem Umfeld, von Insekten über Vögel, aber auch andere haarige Vierbeiner und vielleicht schuppige Freunde, werden dich als Teil dieses Platzes wahrnehmen und sie werden zu deinen Nachbarn. Wie schön ist es doch zu erleben wie zum Beispiel ein Vogelpaar nistet, seine Jungen aufzieht und die ersten Flugversuche gemacht werden und dann im darauf folgenden Jahr nachzusehen, ob die "Jungen" den Platz einnehmen oder jemand ganz anderer einzieht.

 

Warum ein Sitzplatz am Fenster?
Solltest du aus welchen Gründen auch immer, nicht die Möglichkeit haben raus gehen und dir einen Platz suchen zu können - Ausreden zählen nicht - wir haben die Lösung für dich: Tamarack Song, ein Ältester aus Nordamerika erzählt von einer Frau, die in der Bronx im achten Stockwerk eines Hochhauses, Jahre lang die Wolken beobachtet hat und daraus so viel lernte, sich verband, erfuhr welches Wolkenbild, welches Wetter vorhersagte, welche Vögel vorbei zogen und noch vieles mehr. Vor allem aber fühlte sie sich nicht mehr einsam.. sie war mit „dem Leben da draussen“ verbunden.

 

Verbundenheit beugt Einsamkeit und Depression vor

 

Was bringt mir der Sitzplatz?

Oh… da gibt es vieles darüber zu erzählen und ich kann dir einen kleinen Teil aus meinen eigenen Erfahrungen mitteilen: Schon auf dem Weg zum Sitzplatz begann ich mir nach geraumer Zeit gewisse Eckpunkte zu merken. Da gab es den Haselstrauch an der einen Seite, der mit seinen Ästen mich fast schon begrüßte und winkte, indem er sie mir in den Weg hielt. Das Loch an den Wurzeln der Eiche, das mich immer wieder faszinierte und ich so neugierig war, wer denn da wohnte. Bis ich eines Tages den Bewohner vorbei huschen sah. Die Baumperle auf dem Kletzenbaum, die wie eine riesige Nase aussah..

 

Durch Aufmerksamkeit entdecke ich Unregelmäßigkeiten und Muster

und lerne daraus

 

Als ich mit dem Sitzplatz begonnen hatte, schloss ich jedes Mal die Augen als ich dort saß. Mit der Zeit öffneten sich weitere Sinne, wie die Wahrnehmung der Luft auf meiner Haut, das Gehör und auch meine Nase habe ich aktiviert. Daran hat mich u.a. auch meine vierbeinige Begleiterin erinnert. Ich durfte sogar schon erleben, wie eine Freundin, die einen sehr unruhigen Hund hatte, mit mir einmal zu meinem Sitzplatz mitkam und als wir dort eine Weile saßen, auch der Hund plötzlich langsamer atmete und sich zu entspannen begann. Und das obwohl sie einen sehr ausgeprägten Jagdinstinkt hatte.

 

Am Sitzplatz kann ich meine Sinne erweitern

 

Der Sitzplatz bringt noch mehr…

Ich habe dort vor allem die Möglichkeit immer wieder tiefer in mein Umfeld aber auch in mich selbst einzutauchen. Ich bekomme dort meinen „Plappermann“ zur Ruhe oder zumindest mal von den alltäglichen Sorgen weg, hin zu den Schönheiten in meinem Umfeld. Meistens findet sich etwas und wenn einmal gar nichts passiert, dann ist das auch in Ordnung. Ich weiß noch, wie ich mich anfangs nach ein paar Mal zum Platz gehen langweilte, weil ich glaubte, schon alles gesehen zu haben und mir dachte: „Boah, da ist ja gar nichts los“. Aber in unseren Breitengraden hat das Jahr merkbar vier Jahreszeiten und da tut sich immer was, manchmal braucht es einfach eine neue Perspektive... das durfte ich auch lernen. 

 

Neugier und Kreativität werden gesteigert

 

Ja und dann bleibt auch mal Raum zu meditieren, seinen Gedanken nachzuhängen, den Wolken nachzufliegen oder einfach mal ein Nickerchen zu halten. Denn im besten Fall fühlst du dich dort so sehr zu Hause, dass du gar nicht mehr weg magst. Ich kann mich an einen Sitzplatz in einem Park erinnern, den ich bald als „mein Revier“ betrachtete und sehr argwöhnisch sah, wenn andere an „meinem Baum“ saßen oder ihn nur berührten. Geschweige denn, wenn wer Müll in „meinem Wohnzimmer“ hinterließ. Das ging gar nicht! 

 

„Let the magic happen!“

 

Du siehst also, dieser Platz hat etwas Magisches. Und manche Menschen erzählen davon, wie sie mit Fragen zu ihrem Sitzplatz gegangen sind und von der Natur, also einem Tier, einer Pflanze, was auch immer plötzlich eine Antwort erhielten… 

 

Es gäbe noch so viel mehr über den Sitzplatz zu erzählen, aber noch viel gespannter bin ich auf deine Geschichten. Denn Geschichten sind dazu da, um geteilt zu werden. Auch sie sind eine ganz wichtige Kernroutine, von der du gerne noch mehr in einem unserer Kurse erfahren kannst, denn Naturmentoring und die Kernroutinen sind ein wichtiger Bestandteil in all unseren Kursreihen.

 

Hast du schon deinen Sitzplatz? Möchtest du es mal ausprobieren über einen längeren Zeitraum? Wie sieht dien Platz aus und welche Geschichten verbinden dich mit ihm?

 

Wir freuen uns auf dich, wenn du in unseren Kreis trittst und davon erzählst - du bist herzlich willkommen!

Bis dahin…

 

Gönn dir Zeit & Raum!
in Peace 

Alexandra