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Kaffe selbst gemacht: Eicheln und Co.

Herbstgeschenke und wie du deinen "wilden Kaffe" Kaffe aus Eicheln und Wurzeln machen kannst

 

Jetzt im Herbst ziehen sich die Kräfte der Pflanzen wieder in die Wurzeln zurück und die Früchte der Bäume sind zur Ernte bereit. 

 

Also raus und los geht's! Kleiner Tipp vorne weg: Nimm lieber weniger mit, wenn du das erste Mal diesen "wilden" Kaffe machen möchtest. Aus eigener Erfahrung hab ich feststellen dürfen, weniger ist mehr, denn diesen Kaffe herzustellen ist ein wenig aufwendiger, als gedacht, aber es lohnt sich!

Die Ernte: 


Wenn du Wurzeln und Früchte ernten möchtest, nimm bitte darauf Rücksicht, wo und wieviel du erntest. Hinterlasse den Platz am besten noch ein Stück weit besser, als du ihn vorgefunden hast und nimm nur soviel mit, wie du wirklich brauchst. Selbst wenn der Löwenzahn bei dir wuchern sollte. Die Wegwarte ist da schon ein wenig kniffliger zu finden, da sie, wie ihr Name schon sagt, sehr gerne am Weges- oder Straßenrand wächst. Achte also darauf, dass du nicht direkt auf der Straße an stark gedüngten Äckern oder in Gärten ohne vorher gefragt zu haben, erntest ☺️Wenn du dir nicht sicher bist, ob das die richtige Pflanze ist, dann ernte sie auch nicht. Dein Körper wird es dir danken!

Die Wurzeln kannst du am besten mit einem Holzgrabstock oder einem "Krickerl" (Geweih) ausgraben. Dein Messer möchtest du bestimmt noch länger mit einer gerade Klinge haben. Das würde nämlich mit ziemlich großer Sicherheit beschädigt werden, wenn du damit in die Erde stichst und die Wurzeln sind damit auch recht schnell gekappt.

Bearbeitung:

 

Zu Hause angelangt, gehts ans Wurzel waschen. Am besten mit einer Wurzel- oder Handbürste. Auch ein sauberer rauher Schwamm ist hilfreich. Ich schneide dann die Wurzeln in kleine Scheibchen und lege sie auf ein Tuch oder Küchenpapier, um sie gut trocknen zu lassen. Oft wird empfohlen, die Stücke im Backofen bei 40 Grad trocknen zu lassen. Der Energieaufwand ist mir aber zu hoch und dann warte ich lieber ein paar Tage. Auch die Eicheln lasse ich ein paar Tage liegen, bevor ich sie dann schäle. Dazu schneide ich sie mit einem gezahnten, scharfen Messer in der Mitte rundherum an und kann dann die Schale gut abziehen. Dann weiche ich sie mehrere Tage hintereinander immer wieder in frischem Wasser ein, um die Gerbstoffe aus den Eicheln zu ziehen. 

 

 

Rösten:

 

Wenn Wurzeln und Eicheln in Scheibchen geschnitten und gut getrocknet sind, kommen sie in den Backofen bei gut 200 Grad und werden dort auf Backpapier fast schwarz, also gut dunkel  geröstet. Auf den Geruch könnt ihr euch jetzt schon freuen! KÖSTLICH, wie ich finde!

Da ich leider keine alte Kaffemühle habe und mir das Mörsern ehrlich gesagt zu aufwendig ist, hab ich von einer lieben Freundin die Idee bekommen, es doch mal mit dem smoothiemaker zu versuchen. Und es klappt hervorragend! (siehe Foto rechts).
Kühl und vor allem trocken am besten in Gläsern lagern und wenn du magst, schreibst du noch "WILDER KAFFE" oder was deine Kreativität erlaubt, auf ein Etikett, am besten mit Monat und Jahr der Herstellung.

Zubereitung:

 

Wenn du dann eine italienischen Kaffekocher hast, gehst du einfach vor, wie mit deinem "normalen" Kaffe. Wenn nicht, dann nimmst du etwa 1-2 TL für eine Tasse und gießt diese mit brühendem Wasser auf, absinken lassen - fertig! Dabei kannst du nun ausprobieren, welche Geschmacksrichtung dir am besten schmeckt. Nur Eichelkaffe oder Löwenzahn und Eichel gemischt, nur Wegwarte... 

Süßen und Milch (ob Kuh oder pflanzlich) je nach Geschmack dazu!

Ich freu mich, wenn du mir berichtest, wie es dir schmeckt und welche deine Lieblingsgeschmacksrichtung ist. Oder welche Erfahrungen du bereits hast!


Viel Freude dabei!